Gefängnis von Caxias – Folter und Widerstand im Estado Novo

Im Gefängnis von Caxias westlich von Lissabon wurden während der portugiesischen Diktatur zahlreiche Regimegegner_innen als politische Gefangene festgehalten und gefoltert. Da das Gefängnis heute noch in Betrieb ist, ist ein Besuch nicht möglich. Trotzdem ist es einer der Orte, die zeigen, welche Bedeutung Frauen im Widerstand gegen den Faschismus hatten.

In einem Manifest aus 13 Briefen von durch politische Polizei PIDE wegen subversiver Aktivitäten festgenommenen und eingesperrten Frauen*, das 1961 aus Caxias in die Öffentlichkeit drang, wurden als häufigste Foltermethoden der Schlafentzug (bis zu eine Woche dauernd) und die „tortura da estátua“ genannt, bei der die Gefangene stundenlang auf der gleichen Stelle stehen musste, ohne sich zu bewegen. Diese Methoden waren bei der PIDE sehr beliebt und wurden bei allen Geschlechtern angewandt.

Wie Manuela Tavares schreibt, war die Folterung von Frauen* im Salazarismus in den 1960er Jahren durchaus üblich und nahm in ihrer Grausamkeit sogar speziell auf weibliche* Körper zugeschnittene Formen an: Die Frauen* durften nicht auf die Toilette gehen, sondern mussten ihre Notdurft auf dem Boden verrichten, sich danach ausziehen und den Boden mit ihren Kleidern putzen. Einige berichten, dass sie nackt fotografiert und geschlagen wurden und sich auch nicht waschen durften, wenn sie ihre Periode hatten.

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